PMP & IPMA im Vergleich | Inhalte, Kosten, Prüfung

PMP & IPMA Zertifizierungen zählen zu den Top Standards im Projektmanagement. Doch welcher der beiden Ansätze ist der Richtige für Sie und Ihre Projekte? Worin liegen die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten? Wir klären auf und machen den Vergleich!   

 

ÜBERBLICK: PMI & IPMA ZERTIFIZIERUNGEN

 

 

PMP & IPMA INHALTE IM VERGLEICH

 

PMBOK® Guide: Das Project Management Institute (PMI) fasst sein Wissen im PMBOK® Guide (“A Guide to the Project Management Body of Knowledge“) zusammen. Noch in diesem Jahr erscheint eine neu überarbeitete Ausgabe und die 7. Version des PMBOK® Guide bewegt sich von einem prozessorientierten Ansatz hin zu einem prinzipienorientierten sowie ergebnisorientierten Ansatz. Dadurch betrachtet der PMBOK® Guide nicht mehr nur den prädiktiven Ansatz, der traditionell mit dem Projektmanagement verbunden ist, sondern bezieht auch agile, adaptive und hybride Methoden ein.

 

Erfahren Sie hier mehr über die neuste Ausgabe.

 

Eine der wichtigsten Veränderungen ist die Änderung der 5 Domänen (PMBOK® Guide 6) auf 12 „Project Delivery Principles“. Diese Prinzipien sollen das Denken und Verhalten der an der Projektdurchführung beteiligten Personen leiten, damit sie ihre Bemühungen auf ein starkes Projektergebnis ausrichten können.

 

ICB 4: Die Inhalte der vierstufigen IPMA® Zertifizierungen basieren auf der “Individual Competence Baseline (ICB)”: Die aktuelle Version ICB 4 ist seit 2016 gültig und unterscheidet sich deutlich von ihren Vorgängerversionen. Beispielsweise wurde das Thema Agilität in das IPMA®-Modell integriert und die Kernbotschaft lautet, dass jeder Projektmanager die Freiheit hat, die Prozesse und Methodik je nach Anforderung des Projekts selbst zu gestalten. Agile Ansätze sind dabei ebenso akzeptiert wie klassisches Projektmanagement.

 

Bei den Inhalten der IPMA® Zertifizierungen steht allerdings nicht die Methodik im Vordergrund, sondern vielmehr der Mensch und seine Kompetenzen, die er für eine erfolgreiche Projektarbeit benötigt. Dadurch soll nicht nur fachliches Wissen bescheinigt werden, sondern auch persönliche Kompetenzen (einschließlich Soft Skills), die notwendig sind, um bestimmte Herausforderungen des Projektmanagements bestmöglich zu meistern.

 

Quelle: https://www.pmi-sgc.de/news/385-preview-des-neuen-pmbok-guide-7th-edition (08.12.2020)

 

PMP & IPMA BEKANNTHEITSGRAD

 

PMP®: Die Zertifizierung zum Project Management Professional (PMP)® erfreut sich weltweit großer Beliebtheit. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der internationalen Aufteilung des PMI wider: Außerhalb der USA ist das PMI in über 300 sogenannten “Chaptern” organisiert, die sich auf der Ebene von Ländern, Regionen oder Städten etabliert haben. Besonders stark vertreten ist der Verband in Nordamerika und Asien. Laut PMI gibt es aktuell mehr als 1 Mio. PMP® Zertifizierte weltweit. Sollten Sie und Ihre Projekte sich also verstärkt auf internationalem Terrain bewegen, könnte die renommierte PMP® Zertifizierung allein aus diesem Aspekt genau das Richtige für Sie sein.

 

IPMA®: Die International Project Management Association (IPMA)® stammt aus Europa und ist der Dachverband für nationale Projektmanagementorganisationen aus über 60 Ländern. Deutschland wird dabei durch die die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. vertreten. Besonders im deutschsprachigen Raum und anderen Ländern Europas besitzen die international gültigen IPMA® Zertifikate einen hohen Stellenwert. Am weitesten verbreitet ist die Zertifizierung zum IPMA® Level D – Certified Project Management Associate: Allein in Deutschland haben bis Januar 2021 über 50.500 Personen ein IPMA® Level D Zertifikat erhalten.

 

ZERTIFIZIERUNGSLEVELS- FÜR EINSTEIGER BIS EXPERTEN

 

Grundsätzlich bieten beide Anbieter aufeinander aufbauende Zertifizierungslevel an. Die Zertifizierung zum Project Management Professional (PMP)® ist wohl die bekannteste Zertifizierung, doch auch für Einsteiger hat das PMI etwas im Angebot: Die Zertifizierung zum Certified Associate in Project Management (CAPM)®.

 

Die IPMA® bietet ein vierstufiges Zertifizierungskonzept an, bei dem sich IPMA® Level D an Einsteiger richtet, IPMA® Level C und IPMA® Level B an Fortgeschrittene und Experten, während IPMA® Level A die höchste Stufe für Leiter von Großprojekten in hochkomplexem Umfeld darstellt.

 

 

PMP® VORAUSSETZUNGEN & PRÜFUNG

 

Voraussetzungen: Um für die Zertifizierungsprüfung zum Project Management Professional (PMP)® zugelassen zu werden, müssen bei abgeschlossenem Studium drei Jahre an aktiver Projekterfahrung nachgewiesen werden – ohne vorheriges Studium sind es fünf Jahre. Zusätzlich benötigen Sie zur Zulassung den Nachweis über 35 Personal Development Units (PDU)®. Dabei handelt es sich um eine Maßeinheit zur Quantifizierung Ihrer beruflichen Entwicklung: 1 PDU = 1 Stunde Lernen / Aktivität. Die geforderten 35 PDU erwerben Sie beispielsweise automatisch durch die Teilnahme an unserem PMP® Vorbereitungsseminar.

 

► ONLINE: PMP® ZERTIFIZIERUNGSVORBEREITUNG

 

 

Prüfung: Die PMP® Prüfung besteht aus 200 Multiple-Choice-Fragen und dauert 4 Stunden. Abgelegt wird die Prüfung online oder in einem Testzentrum. Die offizielle Prüfungssprache ist Englisch, jedoch können Sie bei Ihrer Anmeldung eine deutsche Übersetzungshilfe beantragen.

 

Kosten: Die Prüfungskosten für PMI Mitglieder betragen 340 Euro, für Nicht-Mitglieder 465 Euro.

 

IPMA® VORAUSSETZUNGEN & PRÜFUNG

 

In der Regel werden anhand der nötigen Voraussetzungen und Inhalte die PMP® Zertifizierung und IPMA® Level C auf eine Stufe gestellt.

 

Voraussetzungen: Für die Zulassung zur IPMA® Level C Zertifizierung müssen Sie innerhalb der letzten sechs Jahre mindestens drei Jahre Erfahrung als Projektmanager in Projekten gemäßigter Komplexität oder in einer verantwortlichen Projektmanagement-Funktion als Unterstützung des Projektleiters bei komplexen Projekten.

 

Die Prüfungsanmeldung erfordert verglichen mit der PMP® Zertifizierung einen deutlich höheren bürokratischen Aufwand: Neben dem Prüfungsantrag und der Einreichung Ihres Lebenslaufs wird von Ihnen ein “Executive Summary Report”, eine Selbstbewertung zu Ihrem Wissen und Ihren Kenntnissen sowie eine Auflistung von Referenzen gefordert. Eine Übersicht zu allen IPMA® Level und Zertifizierungen finden Sie hier.

 

Prüfung: Zur Zertifizierung zum IPMA® Level C – Certified Project Manager müssen Sie eine Prüfung von 120 Minuten ablegen, einen Report von 25 Seiten einreichen sowie einen Workshop sowie ein Interview von 60 Minuten absolvieren. Mit einem IPMA® Level D Zertifikat entfällt der Workshop als Prüfungsleistung.

 

Kosten: Bei den Kosten muss zwischen einer Erstzertifizierung und der Höherzertifizierung unterschieden werden. Reicht Ihre bisherige Erfahrung aus, um direkt in eine IPMA® Level C Zertifizierung einzusteigen und Level D zu überspringen, liegen die Kosten bei 1.530 Euro (für GPM Mitgliedern sind es 1.377 Euro). Haben Sie bereits eine Level D Zertifizierung und möchten sich höherzertifizieren, kostet die Zertifizierung 1.100 Euro (für GPM Mitglieder 990 Euro). Damit ist eine IPMA® Level C Zertifizierung in jedem Fall teurer als die Zertifizierung zum PMP®.

 

► ONLINE: IPMA® ZERTIFIZIERUNGSVORBEREITUNG

 

 

Unsere IPMA® Seminare sind für all diejenigen, die eine fundierte Ausbildung im Projektmanagement anstreben und bereiten Sie intensiv auf Ihre jeweilige Zertifizierungsprüfung vor.

 

REZERTIFIZIERUNG UND GÜLTIGKEIT DER ZERTIFIKATE

 

Sowohl die Zertifizierung zum PMP® als auch sämtliche IPMA® Zertifikate behalten nur für einen begrenzten Zeitraum ihre Gültigkeit und können über ein Rezertifizierungsverfahren verlängert werden.

 

Die PMP® Zertifizierung ist drei Jahre lang gültig. Um Ihr Zertifikat um weitere drei Jahre zu verlängern, erhebt das PMI eine Gebühr von 150 US-Dollars (60 US-Dollars für PMI Mitglieder) und fordert den Nachweis von 60 PDUs. Diese können Sie unter anderem durch Schulungen, Projektmanagement-Events, das Lesen entsprechender Literatur oder durch eigene Vorträge, Blogbeiträge und einer Reihe weiterer Tätigkeiten erwerben.

 

Alle IPMA® Zertifizierungen (Level D – A) sind fünf Jahre lang gültig. Für die Rezertifizierung Ihres Leven C Zertifikats erwartet die IPMA® diverse Nachweise, die ihre persönliche und berufliche Entwicklung in Sachen Projektmanagement seit Ihrer Zertifizierung belegen. Wie schon bei der Prüfungsanmeldung werden Antrag, Lebenslauf, Selbstbewertung zu Wissen und Kenntnissen sowie Referenzen erwartet. Zusätzlich wird ein Weiterbildungsnachweis über 35 Stunden pro Jahr gefordert. Diese können Sie ähnlich wie die PDUs durch Selbststudium, Teilnahme an Trainings und Fachtagungen sowie eigene Publikationen und Vorträge erlangen. Die Kosten für eine IPMA® Level C Rezertifizierung betragen 300 Euro (für GPM Mitglieder 270 Euro).

 

PMP & IPMA: WELCHE ZERTIFIZIERUNG IST NUN BESSER?

 

Die Nachfrage nach qualifizierten Projektmanagern steigt, denn für die Bewältigung aktueller Herausforderungen wie Digitalisierung, Transformationen, Automatisierungen oder globale Lieferketten ist effizientes Projektmanagement unverzichtbar. Mit einer Projektmanagement Zertifizierung unterstreichen Sie in jedem Fall Ihre Kompetenzen und Ihr Wissen, egal, ob Sie sich für eine PMP® oder IPMA® Zertifizierung entscheiden.

 

Um die richtige Zertifizierung für sich zu finden, können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: Müssen Sie beispielsweise den Kostenfaktor strenger betrachten, könnten die IPMA® Zertifizierungen im Vergleich zum PMP® zu kostspielig sein. Ist es Ihnen wichtig mit einem weltweit anerkannten Standard zu arbeiten, dessen Methode international Anwendung findet, wären Sie ebenfalls mit einer Zertifizierung zum PMP® besser dran. Legen Sie mehr Wert auf Soft Skills? Dann sind Sie bei IPMA® besser aufgehoben.

 

Ein wichtiges Kriterium für Ihre Entscheidung sollte vor allen Dingen sein, sich in Ihrem (zukünftigen) Unternehmen zu erkundigen, welche Methode vielleicht bereits Standard ist oder unter den Kollegen bereits angewendet wird. Zusätzlich kann es hilfreich sein, sich über die präferierten Projektmanagement Methoden aller Partner, Lieferanten oder Stakeholder zu informieren. Denn mit einer gemeinsamen Projektmanagement Sprache kommen Ihre Projekte schneller und erfolgreich ans Ziel.

 

DIESE BEITRÄGE KÖNNTEN SIE AUCH INTERESSIEREN

 

Ist agiles Projektmanagement sinnvoll für Ihr Projekt?

Agiles Projektmanagement gilt als „Wundermittel“ für den Erfolg komplexer Projekte. Wir erläutern Ihnen anhand von 3 Beispielen, wann und warum Sie agiles Projektmanagement anwenden sollten.

 

IPMA® Zertifizierung – Ein Überblick

Lesen Sie hier alles Wichtige über die IPMA® Zertifizierungen in der Zusammenfassung – von den Inhalten bis zum Zulassungsverfahren.

 

 

PMBOK Guide 7. Ausgabe – Infos zur neuen Version

Der PMBOK® Guide 7: 2021 plant das PMI die Veröffentlichung des neuen Projektmanagement Standardleitfadens. Wir haben die wichtigsten Änderungen und Neuerungen für Sie zusammengefasst.

 

PMBOK and The Project Management Professional (PMP) are registered marks of Project Management Institute, Inc.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.