3 Tipps zum Umgang mit Widerstand und Konflikten

Der Umgang mit Widerstand gegen Veränderungen ist ein wachsendes Problem für Organisationen auf der ganzen Welt, insbesondere angesichts des Ausmaßes der Veränderungen, die wir heute alle erleben. Widerstände können komplex, schwierig und emotional sein, doch der richtige Umgang damit schafft einen erheblichen Mehrwert. Wir geben Ihnen 3 Tipps zur Lösung von Widerständen beim Change Management.

 

 

Change Management: 3 Schritte zum Umgang mit Widerstand

 

Jeder Wandel ist aufgrund von Unsicherheiten, Risiken und Ängsten eine Herausforderung. Der Übergang von einem bequemen gegenwärtigen Zustand zu etwas Neuem und anderem verursacht Unbehagen in den sozialen Strukturen, in unseren etablierten Gewohnheiten, Arbeitsnormen und sogar in unserer psychologischen Sicherheit. Dies führt natürlich zu Widerstand.

 

Die Menschen widersetzen sich Veränderungen auf vielfältige Weise, sowohl passiv als auch aktiv. Die Beispiele reichen von stiller Gleichgültigkeit und Umgehungslösungen bis hin zur Rekrutierung Andersdenkender und zur Sabotage von Projekten.

 

Was können Sie gegen den Widerstand tun? Bevor Sie entscheiden, „was“ zu tun ist, müssen Sie das „Warum“ hinter dem Widerstand verstehen. Der erste Impuls ist in der Regel schnell in Aktion zu treten, doch für den richtigen Umgang mit Widerstand ist es entscheidend, die Gründe dahinter zu analysieren und zu verstehen.

 

Prosci’s Übersicht aller Bereiche, die beeinflusst werden können

 

 

Schritt 1: Warum kommt es zu Widerständen? Nehmen Sie das „Warum“ vorweg

 

Wir können nicht einfach einen Schalter umlegen und erwarten, dass die Menschen wissen, was sich ändert und wie sie sich ändern können. Wir müssen ihnen beim Übergang von ihrem gegenwärtigen Zustand zu ihrem zukünftigen Zustand helfen.

 

Arbeiten Sie mit Ihrem Projektteam, Ihrem Führungsteam und anderen, die von der Veränderung nicht direkt betroffen sind, zusammen. Bitten Sie sie, ihre Gedanken darüber mitzuteilen, welche Gruppe von Mitarbeitern am stärksten vom Wandel betroffen ist und sich am meisten verändern wird. Was wird sich für sie ändern? Denken Sie an den Prozess, die Organisationsstruktur, die Arbeitsrolle, die Technologie, die Vergütung usw.

 

Im Rahmen des Prosci® Change Management Zertifizierungsprogramms sind dies die Punkte, die Sie in Ihrer ersten Beurteilung mit Hilfe des „Impact Index“ in Ihrem Practitioner eToolkit dokumentieren. Stellen Sie Ihre Hypothese auf und formulieren Sie Ideen – aber hängen Sie sich nicht zu sehr an sie.

 

► Online Prosci® Change Management Zertifizierungsprogramm

 

 

Das Prosci® Change Management Zertifizierungsprogramm vermittelt Ihnen das Wissen, die Fähigkeiten und die Werkzeuge, die notwendig sind, um erfolgreiche Veränderungen innerhalb Ihrer Organisation voranzutreiben. In dieser Schulung wenden Sie Prosci’s ganzheitliche Change Management Methodik und Werkzeuge, einschließlich des Prosci® ADKAR® Modells, auf ein reales Projekt an.

 

Schritt 2: Betroffenen zuhören

 

Im Idealfall sollten Sie als Change Manager mit den Personen sprechen, die von der Veränderung betroffen sind, noch bevor sie ihnen offiziell mitgeteilt wird. Diesen Schritt scheinen die meisten zu fürchten. Doch würden Sie nicht lieber früher als später eine Vorschau auf die möglichen großen Hindernisse erhalten? Im Bereich des Design Thinkings werden Benutzerinterviews durchgeführt, um bei der Formulierung des Designs zu helfen. Beim Change Management ließe sich dieser Schritt als Widerstands-Interview oder Widerstands-Fokusgruppe beschreiben.

 

Einführung einer Fokusgruppe zum Thema Widerstand

 

► Erklären Sie den Teilnehmern, dass es Ihr Ziel ist, von ihnen zu lernen.

Kein Feedback ist tabu.

 

► Erläutern Sie die geplante Veränderung kurz, in maximal fünf Minuten.

Dies ist ein guter Indikator für eine erste Reaktion und Widerstand. Die Gehirne der Menschen fangen sehr schnell an, eine Veränderung zu verarbeiten, also ist dies wirklich die meiste Zeit, die Sie haben, bevor sie anfangen zu reagieren. Widerstehen Sie an diesem Punkt dem Drang, Fragen von Einzelpersonen zu beantworten. Diese Zeit dient dazu, ihren Widerstand zu messen – und nicht dazu, ihn zu lösen.

 

► Fragen Sie die Teilnehmer: “Welchen Veränderungen stehen Sie ablehnend gegenüber?“

Lassen Sie die Teilnehmer in kleine Gruppen aufbrechen, um die Antworten zu diskutieren und aufzuzeichnen, einschließlich rationaler und irrationaler Bedenken. Das hilft Ihnen zu erkennen, welche Hindernisse den Wunsch des Mitarbeiters den Wandel zu unterstützen beeinflussen. Wie Sie diesen Wunsch („Desire“) stärken können, erfahren Sie in unserem Beitrag über das Prosci® ADKAR® Modell.

 

► Fragen Sie als Nächstes: “Was brauchen Sie, um Ihren Widerstand zu überwinden?“

Lassen Sie die Antworten der Teilnehmer wie in einer Brainstorming-Sitzung fließen, in der alle Ideen gültig und berechtigt sind. Das wirft Licht darauf, wo zusätzliches „Bewusstsein“ („Awareness“ im ADKAR® Modell) benötigt wird oder wo Sie Wissen und Fähigkeiten aufbauen müssen.

 

Fragen Sie nun: “Wen brauchen Sie, der Ihnen hilft, Widerstände zu überwinden?“

In der Regel wünschen sich die Menschen während der Veränderung Hilfe von zwei Schlüsselrollen: ihrem direkten Leiter oder Vorgesetzten und dem Projektsponsor. Um ihren Widerstand zu überwinden, wenden sie sich am häufigsten an die direkten Führungskräfte. An diesem Punkt identifizieren wir unsere wichtigsten Sender in der Kommunikation rund um den Wandel und wer das Coaching durchführen sollte.

 

► Last but not least: Danken Sie abschließend den Teilnehmern.

Dies ist Ihre Gelegenheit, sie mit ins Boot zu holen und ihnen zu helfen, in die Veränderung zu investieren – und sie daran zu erinnern, dass sie durch ihr Feedback teilweise zur Lösung beigetragen haben. Alle Mitarbeiter können zum Projekterfolg beitragen, indem sie die Lösung annehmen und weiterhin Feedback geben. Feedback ist ein Geschenk!

 

Schritt 3: Bestimmen Sie Ihr „Was“

 

Sobald Sie wissen, warum es zu Widerstand kommt, können Sie diese Erkenntnisse in Ihre Change-Management-Pläne integrieren. Nun können Sie sich mit der Frage beschäftigen “Was kann ich gegen Widerstände tun?”. Wenn Sie, wie die meisten von uns, mit begrenzten Ressourcen auskommen müssen, identifizieren Sie die wichtigsten Themen, die Sie von den Betroffenen gehört haben, und richten Sie sich direkt an die Betroffenen. Machen Sie einen Plan, um weiterhin zuzuhören, während Sie Ihre Veränderung einführen, damit Sie bei Bedarf reagieren können.

 

Erprobte Strategien zum Umgang mit Widerstand

 

Widerstand ist eine natürliche, menschliche Reaktion auf Veränderungen. Diese einfachen und kosteneffektiven Strategien von Prosci® sind erprobt – und können Ihnen helfen, den Widerstand vor dem Go-Live-Datum Ihres Projekts besser zu bewältigen. Auch wenn sie Ihnen vielleicht nicht bei allen Widerständen helfen werden, können diese Strategien Ihnen doch helfen, jene wichtigen Probleme zu beseitigen, die Ihre Projekte zum Scheitern bringen können.

 

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